1. Willkommen

    bei der Evangelischen Gemeinde Erlangen Neustadt Stadt + Universität.

    Hier finden Sie Gottesdienste, Kirchenmusik und vieles mehr rund um die Universitäts-Kirche.

  2. Gottesdienst

    Kirche heißt Zusammenkommen.

    Die Neustädter Gemeinde feiert Gottesdienst: sonntags um 10 Uhr. Frühgottesdienst um 8.15 in der Zeit von Ostersonntag bis einschließlich Erntedank.

  3. Gemeinschaft

    Kirche wird durch ihre Menschen lebendig

    Zum Beispiel in der Gottesdienst-Gemeinde

Willkommenskultur

Flüchtlinge am Neustädter Kirchenplatz - Willkommenskultur
Das hat es seit 70 Jahren so nicht mehr gegeben: Mitten in der Stadt wohnen Flüchtlinge. Nicht in einer Unterkunft draußen vor der Stadt, sondern mitten unter uns: Sir sind unsere neuen Nachbarn. Im „Gasthof Strauss“ an der Ecke des Neustädter Kirchenplatzes und in Nachbarschaf des Pfarramtes und Dekanats sind etwa 35 Flüchtlinge untergebracht. Viele haben das Quartier in der Stadt bekommen, weil sie medizinische Behandlung benötigen und die Uniklinik nahe ist.

Es ist für Erlangen wirklich nicht die erste Ankunft von Flüchtlingen. Sie nennt sich „offen aus Tradition“ und erinnert an die Bedeutung der hugenottischen Glaubensflüchtlinge für die Stadtgeschichte. Vielleicht ist das der Grund, dass es in Erlangen eine angenehme Willkommenskultur für Flüchtlinge gibt. Die Behörden engagieren sich für eine gute Unterbringung und die Erledigung von Formalitäten. Viele Bürger der Stadt übernehmen in der Freizeit Betreuungsaufgaben. Um jede Einrichtung herum existieren Helferkreise und es gibt Gruppen für die Hilfe bei Alltagsaufgaben, Begleitung bei Arbeitsbesuchen, Deutschunterricht oder Kinderbetreuungen. Manche Helferinnen arbeiten regelmäßig, andere stellen sich zur Verfügung wenn sie Zeit haben.

Für mich als Pfarrer ist das ein angenehmes Erlebnis. Natürlich gab es vor der Ankunft der Flüchtlinge auch Fragen oder Befürchtungen, aber die konnten in Gesprächen weitgehend geklärt werden. Mit Blick auf andere Städte empfinde ich es fast schon als Luxus an einem Ort zu leben, in dem sich die Frage nach Pegida-Demonstrationen nicht stellt. Natürlich sollten wir dabei nicht übersehen, dass es auch in unserer Stadt Vorbehalte und Fremdenfeindlichkeit gibt. Vielleicht schaffen wir es aber doch, immer rechtzeitig das Gespräch zu suchen, Ängste abzubauen und eine positive Gemeinschaftskultur zu setzen. Eine Verhärtung von Fronten können wir hoffentlich so verhindern. Hier sehe ich die Rolle unserer Kirchengemeinde. Wir arbeiten gerne an dieser positiven Willkommenskultur mit. Wir freuen uns über den Helferkreis, der sich gerade mur Unterstützung der Erlanger Flüchtlingshilfe und der Stadt bildet. Es ist selbstverständlich, dass das Quartier dieser Gruppe in unserem Gemeindehaus am Kirchenplatz ist, dass wir bei der Koordination der Helfergruppe mitwirken und grundsätzlich für jede Art von Unterstützung ansprechbar sind.

Wir sehen den Erfahrungen mit den neuen Nachbarn also mit Neugier entgegen. Diese Menschen bringen schwierige Erfahrungen mit, manche sind traumatisiert oder ganz einfach am Ende ihrer Kräfte, nachdem sie aufregende und lebensbedrohliche Fluchte oder anstrengende Zeiten in Massenquartieren gehabt haben. Viele sprechen noch kein Deutsch. Unabhängig von den verschiedenen Schicksalen wird es jedem gut tun, wenn wir sie mit Interesse und freundlich Ich bin sicher, wir werden dabei selbst immer wieder Freude haben, nun dann also: „Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren.“1. Petrus 4,9 Und vielleicht sogar: Seid gastfrei – immer wieder auch mit einem Lächeln!

Dr. Wolfgang Leyk, Pfarrer